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D Theater Schwestern
30.04.2008 00.16 Uhr


Starke Stücke und fantastische Geschichten

Am Dienstag, dem 29.04. besuchte die Klasse 5c das Stück "Schwestern", das im Rahmen des Internationalen Kinder- und Jugendtheaterfestivals "Starke Stücke" in Aschaffenburg gespielt wurde. In einem Theaterworkshop waren die Schüler zuvor auf die behandelten Themen vorbereitet worden. Nach dem Theaterbesuch bekamen die Fünftklässer im Zusammenhang mit dem Welttag des Buches in der Buchhandlung Diekmann eine kurze Einführung in die Entstehung eines Buches und den Aufbau einer Buchhandlung. Zum Abschluss erhielten alle den diesjährigen Band von "Ich schenk dir eine Geschichte" als Präsent.

Pfeifer 

Living on my own

Mathilde ist sauer. Zus hat ihre Sachen noch immer nicht weg geräumt, obwohl die Schwester seit vierzig Tagen eigentlich gar nicht mehr im gemeinsamen Zimmer lebt. Weil sie nämlich gar nicht mehr lebt. Dennoch besucht Zus Mathilde, die über den Verlust nicht hinwegkommt, jede Nacht. Die beiden streiten wie früher, denken sich ausgelassene Spiele aus, sprechen über die Eltern, die das Unglück endlich vergessen wollen und lassen schließlich den Unfall, bei dem Zus ihr Leben verlor, noch einmal Revue passieren.
Fernab von Klischees findet das Stück in jedem Moment die richtige Balance zwischen todtrauriger Tiefe und luftigem Leben.

Zus will, dass die Schwester aufhört zu trauern. In dieser letzten gemeinsamen Nacht versucht sie, Mathilde erleben zu lassen, dass niemand und nichts ihre Gemeinsamkeit zerstören kann, wenn sie sie selbst nicht zerstören. Am Ende können sie sich verabschieden, ohne sich zu trennen. Sie wissen, jede bleibt bei der anderen. Trennung und Abschiednehmen sind Urthemen des Menschen, also auch für Kinder. Es gilt, einen Umgang mit Verlust und Abschied zu finden, bei dem das Erlebte fortbestehen kann. Aus der Sicht der Lebenden werden Verlust und Trennung oft als etwas Endgültiges, Absolutes empfunden und beklagt. Mathilde und Zus schaffen es, neue Formen des Zusammenseins zu finden und vor allem auch zu akzeptieren.

Die Stückvorlage etabliert eine musikalisch-tänzerische Ebene. Da, wo die Wortsprache nicht mehr ausreicht, um Sehnsüchte, Wünsche, Ängste, Erinnerungen der beiden Stückfiguren auszudrücken, gibt es musikalische Räume. Diese sind szenisch wie tänzerisch-choreographisch umzusetzen und einzubinden in den Erzählfluss. Gleichzeitig schafft das Nähe zum Publikum, das sich mit eigenen Phantasien in die Erlebniswelten der Schwestern einschalten kann.
Thematisch wie theatral stellt die Inszenierung für die Altersgruppe ab 10 Jahren eine Herausforderung dar. Erfahrungen mit dem jungen Publikum zeigen, dass die Bindung der Bühnengeschichte an Realitätserfahrungen der Kinder ihnen den Einstieg ermöglicht in eine neue, fremde, andere Welt. Die Geschichte schafft einen Rahmen, in den Assoziationen und Erfahrungen des Publikums einfliessen können wie z.B. Geschwisterspiele und Geschwisterkämpfe, nicht Verstanden werden von den Eltern, Sehnsucht nach Geborgenheit, das Recht auf ein eigenes Dasein.

 

Weitere Infos über das Theaterfestival unter: http://www.starke-stuecke.net/ 

 


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