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Ph/M Aktuelles München
02.04.2008 12.23 Uhr


Studienfahrt nach München vom 13. - 15.3.2008

Am 13.3.2008 trafen sich der GK Physik/Astronomie unter Leitung von Herrn Engelhardt, der LK Mathematik unter der Leitung von Herrn Ullrich und der GK Kunst unter Leitung von Frau Stonner am Hauptbahnhof für die gemeinsame dreitägige Fahrt nach München. Nach zweieinhalb Stunden rasanter ICE-Fahrt trennten sich die Künstler von den Wissenschaftlern und zogen gen eigenes Hotel mit eigenem Terminplan, während sich der Rest auf den Weg in das CJVM-Haus machte (Christliche Vereinigung junger Menschen). Wie es sich für eine christliche Einrichtung gehört, waren die Zimmer eher spartanisch eingerichtet: Dreierzimmer mit zu kurzen Betten, ein Tisch und eine Bibel mit Zitaten berühmter Fußballstars. Auf dem gesamten Stockwerk gab es eine gemeinsame Toilette (getrennt für Jungen und Mädchen) und zwei Duschen mit hohem Klaustrophobie-Faktor. Allerdings hielten wir uns nicht lange dort auf, sondern machten uns sehr bald auf den Weg zum Siemens-Forum. Wir durften dort eine eineinhalbstündige Führung unter der Leitung eines begeisterten freien Mitarbeiters miterleben, die nicht nur sehr informativ, sondern auch interessant und teilweise sogar lustig war. Das einzige Problem waren fehlende Sitzgelegenheiten, so dass das lange Stehen an den einzelnen Stationen ziemlich mühsam war. Im Anschluss an die Führung teilte sich die Gruppe auf: Eine kleine Gruppe, zu der ich mich zählen durfte, besuchte mit Herrn Ullrich und Herrn Engelhardt das Stadtmuseum, während der Rest sich darauf konzentrierte, das zu tun, was er wollte. Ich warne schon einmal vor: Die nachfolgenden Sätze werden eine Ironie in sich sein! Die Kleingruppe kam also zu diesem Museum. Am Schalter begrüßte uns eine sehr enthusiastische Frau, die innerhalb von Sekunden mit ihrem unglaublichen mathematischen Scharfsinn die einzig logische Antwort auf die Frage formulierte, wie viel der Eintritt denn koste: „Ihr kommt hier nicht rein!". Das Problem: Wir waren eine Gruppe. Gruppen muss man anmelden. Verzweifelt versuchten die Lehrkräfte das Problem in den Griff zu bekommen: „Wenn jeder einzeln bezahlt, können wir doch rein? Dann sind wir doch keine Gruppe mehr! ..." Die Logik dieser Aussage schien sich der Frau erst nach fünfzig Anläufen mit der immer selben Formulierung zu erschließen, doch - so unglaublich es klingt - wir durften passieren. Was uns erwartete, war der absolute Wahnsinn: Alle Stockwerke außer dem 1., 3. und 4. Stock waren wegen Umbauarbeiten geschlossen. Also auf in den ersten. Ein Bild auf der Wand. Ende. Vorbei. Gut, weiter. Dritter Stock. Puppenmuseum. Nicht uninteressant. Die Hauptattraktion: Ein Spiegel, der einem die Visage verzerrt. Letzter Stock. Die Frisur hält. Musikinstrumente. Zugegebenermaßen, es war nicht uninteressant. Aber für zwei Euro ein Bild, ein paar Puppen, relativ unspektakuläre Instrumente und vor allem ´nen Spiegel sehen zu dürfen, grenzt - man wird mir den Ausdruck verzeihen - an grobe Verarschung. Das Positive an dieser Sache war, dass sie uns nun genügend Futter für Scherze lieferte. Naja, zurück zum Ernst des Lebens. Am nächsten Tag stand das berühmte Deutsche Museum auf dem Plan und obwohl ich schon zum zweiten Mal die Ehre hatte, war es wieder ein atemberaubendes und unvergleichliches Erlebnis. Mathe- und Astronomie-Kurs getrennt zogen wir von Station zu Station und erfuhren so einiges über Flugzeuge und Sterne von Herrn Ullrich und Herrn Engelhardt. Auch der Besuch im Planetarium war erste Sahne und hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie ich mein Heimkino gestalten will. Die Musikführung wurde von einer kleinen, aber energischen Italienerin geleitet, die uns quasi ein Privatkonzert auf allen möglichen Tasteninstrumenten gab und uns sehr gut unterhielt. Bevor sie uns jedoch dazu bringen konnte, selbst Musik zu machen, flüchteten wir in Richtung Hochspannungsanlage, die von einem ebenso unmotivierten wie unrasierten Mitarbeiter durchgeführt wurde. Allerdings ist die Spannung der Elektrizität unbegreiflich atemberaubend - im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kann wirklich jedem nur empfehlen, das Deutsche Museum zu besuchen und sich überraschen zu lassen. Am nächsten Tag hieß es auschecken. Bevor wir jedoch am Abend nach Aschaffenburg zurückkehrten, statteten wir noch dem Schloss Nymphenburg einen Besuch ab. Die dortige Ausstellung „Mensch und Natur" ist ebenfalls eine sehr interessante und vor allem einzigartige Ausstellung. Sie ist nämlich völlig interaktiv. So kann der Besucher Quizfragen beantworten, Reptiliengebisse identifizieren, Fossilien analysieren uvm., um die Höchstpunktzahl an einer Station zu erreichen. Der Vorteil: Man sitzt dabei. Dadurch ist das Museum trotz seiner Größe sehr kurzweilig und somit ein lohnenswerter Ausflug. Nach Schloss Nymphenburg stand zuletzt noch das Valentin-Musäum (<< kein Druckfehler) auf dem Plan, das trotz seiner beengten Räume viel Informatives über den Komiker Karl Valentin hergab und als kleines Schmankerl auch noch ein kleines, gemütliches Cafè anbot.

Soviel zum Rahmenprogramm. Natürlich hatten wir auch jede Menge Zeit für uns, die wir vor allem mit Essen und Trinken zubrachten. Auch trafen wir uns mit den Leuten vom Kunst GK und konnten abends gemeinsam etwas unternehmen, wenn auch mehr oder weniger erfolgreich. Abschließend kann man nur sagen: Danke an unsere Lehrkräfte, die uns so wunderbar begleitet haben. Danke an das Deutsche Museum und Schloss Nymphenburg, dass sie so großartig sind. Danke an das CVJM-Haus, das seine Einnahmen hoffentlich dafür verwendet, in größere Betten zu investieren, das ich aber auch noch einmal ausdrücklich für das tolle Frühstück loben will (es klingt ja schließlich alles immer schlimmer, als es in Wahrheit ist). Und: Danke an die „nette Dame" am Schalter des Pseudomuseums von Stadtmuseum für den Hinweis, dass das Museum nichts bietet, nachdem wir das Eintrittsgeld bezahlt haben. Danke!

Florian Berninger, LK M 13


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