Artikel anzeigen

D Projekt Comeniusschule
03.02.2008 23.23 Uhr


Zu Gast bei Freunden - Besuch der Comenius-Schule 

Wie sind die Schüler von der Comenius-Schule wohl so? Sieht deren Schule anders aus als unsere? Solche Fragen sind den Schülern der Klasse 5c sicherlich durch den Kopf gegangen, als sie gemeinsam mit ihrem Deutschlehrer, Herrn Pfeifer, den Bessenbacher Weg hinauf gingen.

Die Schüler hatten vorher zwar schon die Lektüre "Drachenflügel" von Renate Welsh gelesen und den Film "Klassenleben" gesehen und im Unterricht über das Thema "Behinderung" gesprochen, aber das war ja noch alles sehr "theoretisch". Jetzt sollten sie aber mit Schülern zusammen treffen, die anders sind als sie selbst, so anders,dass sie auf eine andere Schule gehen.

Dieses "Anderssein" war aber gar nicht problematisch. In einer Kennenlernrunde stellten sich alle Kinder mit Namen, Alter, Herkunftsort und Hobbys selbst vor. Die Comenius-Schüler hatten das eigens noch einmal geübt. Für die Kronberger war es dafür manchmal gar nich einfach, sich die richtigen Gebärden für die verschiedenen Hobbys zu merken. Und schon standen Gemeinsamkeiten im Vordergrund. Manche Schüler waren gleich alt, andere kamen aus dem gleichen Ort und viele gingen in ihrer Freizeit den gleichen Dingen nach. Fußball, Fernsehen, Computerspiele sind bei vielen beliebt, andere teilen ihre Zeit gerne mit ihren Haustieren. Besonders interessant war dann eine spontane Karatevorführung eines Schülers. Zum Abschluss erfreuten fünf Fünf-Zehler (teilweise vierhändig) alle Anwesenden mit der Darbietung einiger Klavierstücke.

Im Anschluss erklärte die Lehrerin der Klasse H4, Frau Eris-Herrmann, dass die Comenius-Schule Aschaffenburg ein Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung ist. Sie wird von ca. 150 Schülerinnen und Schülern, mit den differnziertesten Förderbedürfnissen, besucht. Einige Schüler hatten nach dieser kurzen Einführung noch brennende Fragen, die die Lehrerin gerne beantwortete.

Dann zeigten die "Hausherren" ihren Gästen ihre Schule. Schon die Außenanlagen unterscheiden sich deutlich von denen des Kronbergs. Das  Außengelände bietet den Schülern neben einem Allwettersportplatz mit Kleinfeldtoren und Basketballkörben eine Vielzahl von hoch motivierenden und entwicklungsfördernden Spielgeräten wie z. B. ein Bodentrampolin, eine Schaukelanlage, eine Geländerutsche oder einen Fahrzeugpark. Die Geräte waren so motivierend, dass sich die Gymnasiasten sogleich darauf stürzten.

Im Gebäude beeindruckte vor allem der Snoezelenraum. Dieser Raum mit einer Vielzahl von Wahrnehmungs- und Sensibilisierungsstationen kam den Schülern wie eine Oase der Entspannung vor.


Die Klassenzimmer unterscheiden sich natürlich auch von denen eines Gymnasiums. Sie sind geprägt durch den immer stärker in den Unterricht einfließenden Gedanken der individuellen Förderung der Schüler mit unterschiedlichsten Lernbedürfnissen. In den Freiarbeitsregalen finden sich deshalb vielfältige Angebote zu den verschiedenen Fächern und Lernbereichen auf unterschiedlichem Niveau. 

Nach der Führung durch das Haus kamen wieder alle im Speisesaal zusammen. Herr Pfeifer hatte hier über zwanzig verschiedene Säfte aufgebaut. In Kleingruppen halfen sich nun Kronberg- und Comenius-Schüler gegenseitig bei der "Blindverkostung". Mit verbunden Augen sollten die Schüler drei verschiedene Säfte am Geschmack erkennen. Orangensaft und Kirschsaft waren noch recht leicht zu erkennen. Aber wie sah es bei Maracuja-, Birnen-, Cranberry-, Erbeer- oder Grapefruitsaft aus? Überwindung kostete manchen das Kosten von Tomaten-, Karotten- und Gemüsesaft. Als alle Augenbinden wieder abgenommen waren, durften die Schüler dann noch andere Säfte probieren und sich selbst Cocktails mischen. Gut schmeckten dazu die vielen Muffins und Kuchen, die fleißige Müter gebacken hatten.

Zum Abschluss des Besuches an der Comenius-Schule sangen noch alle gemeinsam, von Frau Eris-Herrmann an der Gitarre begleitet, das Lied "Eisgekühlte Coca Cola" in verschiedenen Versionen. Dann mussten wir uns auch schon schnell verabschieden, da die Zeit wie im Flug vergangen war.

Wieder am Kronberg angekommen spielten wir dann noch eine Stunde Fußball. Darauf hatte sich die Klasse noch besonders gefreut. Als wir wieder auf die Uhr schauten, war es bereits fast 17 Uhr. Alle schlüpften in ihre mitgebrachten Kostüme und der Unterstufenfasching konnte beginnen. Viele Schüler blieben bis etwa 20 Uhr. Sie hatten einen erlebnisreichen Tag erlebt.

Pfeifer 

 weitere Infos über die Comenius-Schule unter: www.comenius-schule-ab.de/


… mehr mit Fotoshow

| Login | Impressum & Datenschutz |