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D Projekt Vergessenes Wort
06.12.2007 20.53 Uhr


Projekt von Schülern der 11ten und 12ten Klasse: „Das vergessene Wort"

„Wer Sprache ergründet, ergründet sich selbst, weil alles an uns aus Sprache ist!"

Wahre Worte sprach der, der dies einst sagte. Denn wir, die wir Sprache ergründen, entdecken Dinge, von denen wir nicht einmal dachten, dass es sie gibt.

Wir, das sind 18 SchülerInnen aus der 11ten und 12ten Jahrgangsstufe, die an dem von Frau Dr. phil. Bibiella angebotenen, viermonatigen Projekt „Das vergessene Wort" teilnehmen. Dabei geht es darum, ein Buch zu lesen und sich in verschiedenen Schritten mit der Sprache des Autors zu beschäftigen. Dabei werden sowohl Romane als auch Kurzgeschichten, Gedichte und Lieder aus dem späten 18. und 19. Jhd. gelesen und bearbeitet. Gearbeitet wird zumeist alleine, es gibt aber auch drei Zweiergruppen. Der Text wird nach dem gründlichen Lesen zuerst auf unbekannte oder ungebräuchlich eingestufte Wörter untersucht. Dann werden die Wörter behandelt, die der Leser besonders poetisch findet. Aber nicht nur die Wortwahl des Autors wird beachtet, sondern auch, wie er die Wörter zu Sätzen zusammenfügt. Dabei geht es um sprachlich oder inhaltlich beeindruckende Satzgebilde, aber auch um die, die der Leser zum Vorlesen empfiehlt, weil ihn der Klang der Worte beim lauten Lesen beeindruckt, und um die, die man auswendig lernen möchte, um sie als Schatz das ganze Leben bei sich zu tragen. Auch die Bildsprache wird einer näheren Betrachtung unterzogen. Dabei ist Klang und Aussage wichtig. Zuletzt gilt es noch einen Erfahrungsbericht zu verfassen, in dem man ganz offen und ehrlich beschreiben kann, wie es einem beim Lesen des jeweiligen Werkes ging, und man kann selbst als Sprachschöpfer tätig werden, um den Text zu beschreiben in den - im wahrsten Sinne das Wortes - ganz eigenen Worten.

Damit die ganze Mühe - und es ist gewiss Mühe, wenn auch erfreuliche - nicht nur für den Hausgebrauch und zur Verbesserung der Muttersprache ist, werden unsere Erkenntnisse vor allem im Bereich der Wörter in einem Buch mit dem Titel „Das vergessene Wort" zusammengefasst und verlegt. Das Projekt läuft nun schon das dritte Jahr, was sicher dazu führt, wenn auch die anderen Gruppen soviel gefunden haben wie wir, dass es ein sehr dickes Buch wird.

Aber unser Schweiß und der Aufwand werden nicht nur durch die Rettung unserer immer mehr verarmenden Sprache belohnt, was gewiss Ehre genug wäre, sondern es gibt auch noch pro Arbeit eine Aufbesserung des Taschengeldes von 80 €.

Damit ein jeder nicht mit seiner Arbeit und den dabei vielleicht auftauchenden Problemen allein ist, treffen wir uns etwa alle vier Wochen, um Fortschritte und Erkenntnisse auszutauschen, evtl. Fragen zu klären und unter Anleitung von Frau Dr. Bibiella Übungen zum Umgang mit der Sprache zu machen.

„Es handelt sich nicht darum, uns in der Sprache, sondern die Sprache in uns auszuprägen" (Hugo von Fallersleben)

Das wird uns sicher nicht völlig gelingen, uns aber dem Idealzustend näherbringen.

Corinna Ludolph



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