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P-Seminar „Wir schreiben ein Theaterstück“: ein Gespräch mit dem Verleger Eric Erfurth
28.12.2020 20.48 Uhr


Das P-Seminar „ein Theaterstück schreiben“ hat sich das letzte Jahr ganz dem Schreiben gewidmet. Jetzt stellt sich die Frage – was passiert eigentlich mit einem fertigen Text? Antworten suchten wir bei Eric Erfurth – einem Verleger, der selbstständig seinen eigenen Verlag – den Logo-Verlag Eric Erfurth – leitet. Statt - wie eigentlich geplant - in der Pfaffengasse fand das Treffen am 10.12.2020 wegen des aktuellen Lockdowns jedoch über Zoom statt. Nachdem alle technischen Schwierigkeiten mit dem Schul-WLAN überwunden waren, konnten wir uns auch endlich alle um 14 Uhr zum Gespräch begrüßen.

Zunächst berichtete Herr Erfurth von seinen aktuellen Projekten: Da er selbst aus der Region Aschaffenburg kommt, sei es ihm besonders wichtig, regionale Autoren zu unterstützen wie beispielsweise Kristin Steffan, die er aktuell betreut. Ihr Fantasy-Jugendroman „Zeitenwirbel“, der sich um das Klingenberg der Vergangenheit dreht, oder den erfolgreichen Heimatkrimi „Schöner Wein“ von Roman Kempf, der ebenso in der Region spielt.

Pro Jahr verfolgt er ungefähr zwei bis vier Projekte, bei denen es sich nicht ausschließlich um Romane handelt, so erstellte er beispielsweise auch ein Vereinsbuch für einen regionalen Handball-Verein oder die Chronik einer Schule. Nicht nur die Autoren, die er betreut, kommen aus der Nähe Aschaffenburgs, auch die Künstler, die die Cover der Romane gestalten. Hier drückt er aus, wie wichtig es ihm ist, nicht unbedingt dem zu folgen, was zurzeit modern ist, sondern klassische, zeitlose Designs zu wählen.

Erfurth betont, wie wichtig ihm der Kontakt mit Lesern ist: beispielsweise, wenn ihn auf Lesungen Damen ansprechen, wie denn die Liebesgeschichte in der Krimi-Reihe um einen Miltenberger Mönch weiterginge. Diese war ursprünglich eigentlich nur am Rand erwähnt worden, wurde dann aber aufgrund des Feedbacks bis zur Hochzeit weitergeführt. Aufgrund des Lockdowns entfällt leider auch das Kennenlernen neuer möglicher Leser und Autoren aus der Region auf Messen, Märkten, oder Lesungen, ein Aspekt seiner Arbeit, den Herr Erfurth sehr mag.

Die vielen anderen Aufgaben, die sein Job mit sich bringt, kann er jedoch glücklicherweise weiterverfolgen: ob er aus den 60- 70 Büchern, die ihm jährlich zugeschickt werden, die auswählt, die in seinen Katalog passen, ob er laufende Projekte zur Korrektur liest, fertige Manuskripte formatiert oder sich um die neuen Social-Media-Accounts kümmert: Dadurch, dass er selbstständig ist, nutzt er die Freiheit, sich seinen Arbeitsalltag und den Tagesablauf größtenteils selbst zu gestalten.

Da er selbst Theaterwissenschaften studierte, hatte Herr Erfurth außerdem angeboten, die Theaterstücke, die im Laufe des P-Seminars entstanden waren, zu lesen und gab uns zum Abschluss des Treffens sein Feedback. Er lieferte konstruktive Kritik zu unseren Plots, Ideen zur Formatierung und Vorschläge dazu, wie wir Figuren und Plots realistischer gestalten könnten. Darüber hinaus hatte er viel Wissen zur Theorie des Theaters und des Drehbuchschreibens parat. Vielen Dank an Herr Erfurth für das interessante Gespräch!

 

Diana Frik, 12.12.20 – im Namen des Seminars


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