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TuF Produktion 2019 - „Das kalte Herz“ frei nach W. Hauff
09.04.2019 19.21 Uhr


Innerlich zerrissen – Peter Köhler auf der Suche nach dem Glück

Ausdrucksstarker Auftakt am 4.04.2019: Zwölf Schülerinnen und Schüler des Oberstufenkurses „Theater und Film“ lassen die Bühne des JUKUZ im Herzschlag pulsieren. Auf der vermeintlichen Suche nach dem Glück wird Peter Köhler von den Versuchungen des Lebens hin und hergerissen: Geiz, Gier, Neid bestimmen letztendlich sein Streben nach Erfolg. Dies wird durch das schlichte Bühnenbild, das die sieben Todsünden zeigt, verstärkt. Nochmals ganz lieben Dank an die Klasse 10a und Frau Langenbrinck.

Aus Hauffs Märchenfigur Peter Munck wird in der diesjährigen Produktion Peter Köhler ein Bergmann. Dieser durchlebt eine Existenzkrise, da sein Beruf immer mehr an Wert und Bedeutung verliert: Bis 2038 soll der Ausstieg aus der Kohleindustrie realisiert sein. Jugendliche organisieren sich jeden Freitag, um gegen die Umweltpolitik zu protestieren. Drohende Arbeitslosigkeit treibt ihn an, sein Glück um jeden Preis zu realisieren. Zunächst nimmt er einen Kredit bei dem wohlgesinnten  Schatzhauser auf, der ihm einige Warnungen mit auf den Weg gibt, was „angeblicher“ Reichtum bedeuten kann. Mit diesem Wohlstand kann Peter Köhler kaum umgehen – verwechselt Reichtum mit Glück. Schnell ist sein Geld verprasst: teure Clubnächte, Glücksspiele.  Zur Hilfe kommen ihm die zwielichtigen und hinterhältigen „Panama – Schwestern“, die mit ihren Steuerbetrügereien unermesslichen Reichtum angehäuft haben und Peter Köhler das anbieten, wonach er gierig sucht: „Geld“. Der Preis ist hoch: Nebel steigt auf, Hände greifen nach Köhlers Herz, ein Herz aus Stein ersetzt seinen Platz. Nicht nur ein veränderter Peter kommt ins Dorf zurück, sondern auch ein neuer Schauspieler betritt die Bühne und gibt einen reichen, aber gefühlskalten und gelangweilten Geschäftsmann, der noch nicht einmal davor zurückschreckt, seine Verlobte Lisbeth zu erwürgen.

Dennoch wird diese hochaktuelle Fassung letztendlich zum Märchen: Der Schatzhauser bringt Peter Köhler auf den rechten Weg und Lisbeth ins Leben zurück ... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Ein dickes Lob und Dankeschön all denjenigen, die zu dieser beeindruckenden Inszenierung beigetragen haben!

Ute Massow


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