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TuF Humor trifft auf antiken Mythos – Götter in der Krise
02.07.2018 17.09 Uhr


Amphitryon?! Ist das nicht die etwas trockene Komödie aus dem Latein-, Französisch- oder Deutschunterricht, bestehend aus elendlangen Dialogen, die man in zwei Sätzen zusammenfassen könnte und mit der sich bereits Plautus, Moliere, Kleist und andere beschäftigt haben? Und dies sollte nun ein unterhaltsames Theaterstück werden? Diese Frage haben sich neben dem Oberstufenkurs Theater und Film des Kronberg – Gymnasiums bestimmt einige gestellt. Allerdings war die Aufführung von Giraudouxs Fassung „Amphitryon 38“ alles andere als langweilig.

Die Verwechslungsgeschichte um Alkmene, Amphitryon, Jupiter und der Geburt des Herakles wurde witzig, modern und mit Pfiff auf die Bühne gebracht. Alkmene telefonierte mal schnell mit Leda, als sie den Rat einer  besten Freundin (BFF) brauchte. Merkur erschien lässig auf einem Longboard, ein Herold zeigte, dass er eigentlich nicht trompeten kann und die Götter unterhielten sich über das am Nachmittag verlorene Deutschland - Korea - Spiel. Irrungen und Wirrungen waren zentrale Themen des Stücks und wurden durch die Verkehrsschilder, lieben Dank an das Tiefbauamt Aschaffenburg, verdeutlicht und brachten auch den ein oder anderen Zuschauer um deren Sinn ins Grübeln. Auch Liebesszenen wurden ganz nach dem Motto „Zur Tür hinein, durchs Bett hindurch, zum Fenster hinaus“ mit Bravur gemeistert. Falls Sie jetzt denken, dass man wilde Sexszenen zu sehen bekam, weit gefehlt, denn Amphitryon fiel „ganz aus Versehen“ aus dem Bett und aus der Rolle, woraufhin ganz realistisch unter den Spielern das passende Licht für solche Szenen besprochen wurde. Grelle Hawaiihemden wechselten oftmals den Träger aber nicht die Rolle. Letztendlich überließ Jakob alias Amphitryon (also eigentlich Jupiter) einfachmal Johannes seine Rolle, die er zunächst zögernd, aber letztendlich sehr überzeugend übernahm. Aber es gab nicht nur witzige Liebesszenen, sondern auch romantische Passagen, in denen sämtliche Männer Thebens in den Krieg zogen und sich somit von ihren Frauen verabschieden mussten. Es wurden Heiratsanträge gemacht und sich zum letzten Mal geküsst. Unterstützt wurde dieses herzzerreißende Geschehen von schönen Herzchenluftballons und einem warmen Licht.

In der ersten Komödie des Kurses Theater und Film wurden die Grenzen des römischen Reiches erweitert und ein indischer Tanz - Bollywood lässt grüßen - anlässlich der Feierlichkeiten zu Alkmenes und Jupiters angeblichen Vereinigung gezeigt.

Letztendlich bietet Alkmene Jupiter Freundschaft statt Liebe an, die er mehr oder weniger überzeugt annimmt. Eine neue  - sehr menschliche - Erfahrung für den „Boss“ der Götter. Kurzum war es eine äußerst gelungene Aufführung und ein krönender Abschluss für alle Kursteilnehmer und besonders für alle beteiligten Abiturienten, die darüber hinaus im Stadttheater im Rahmen der Schultheatertage am 27.06. 2018 stattfand. Besser geht es nicht!

 

Ute Massow & Zoe Reiter


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