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TuF Theaterbesuch "Amphitryon" in Frankfurt
18.02.2018 14.05 Uhr


Kleists „Amphitryon“ gilt als eine der besten Tragikomödien, deren Handlung sowohl amüsant als auch bedrückend ist. Mitgefühl und Lachen geben sich die Hand. Dieses Jahr hat sich der Kurs zum Ziel gesetzt, Giradoux‘ Amphitryon - Fassung auf die Bretter zu bringen. Somit machten sich am 11.02.18 einige TuFler auf den Weg nach Frankfurt, um sich die Geschichte anzuschauen, in der sich Gott Jupiter in die Gestalt Amphitryons verwandelt und Alkmene, Amphitryons Gattin, zu verführen. Denn „Auch der Olymp ist öde ohne Liebe.“ Effektvolle Bilder und ein grandioses Bühnenbild erzählten im Schauspielhaus die Geschichte der verlorenen Seelen in Kleists Fassung.

Amphitryon und sein treuer Diener Sosias kehren nach dem Thebanischen Kriege in die Arme ihrer geliebten Frauen zurück, um zu erfahren, dass sie schon da waren. Alkmene fällt es nach einer rauschenden Liebesnacht mit ihrem vermeintlichen Ehemann schwer, zu glauben, dass derjenige, der nun vor ihr steht ihr wirklich angetrauter Gatte ist. An dieser Stelle greift das Sprichwort „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“ Menschliche Abgründe zeichnen sich ab – auch die Götter hadern, denn es scheint nicht leicht, ein Mensch zu sein. Alkmene muss entscheiden, wer der wahre Amphitryon ist und wählt den göttlichen Liebhaber, entscheidet sich gegen ihren Ehemann, der Jupiter mit seinen eigenen Waffen schlägt:„Es ist von solchem Ernst die Welt beschaffen, dass nur ein Gott vermag, ein Mensch zu sein.“ Fragen nach der Identität in Kleists Drama: „Halt dort! Wer geht dort? Ich. Was für ein Ich?“, Identitätskrise: „Und sagt mir an, und sprecht, und steht mir Rede: Wer bin ich?“, Liebe, Vertrauen, (Selbst)zweifel, (Selbst)vertrauen, Urvertrauen und Selbstentfremdung finden sich auch in Giradoux‘ Fassung „Amphitryon 38.“ Zurückzuführen ist der Titel darauf, dass der Literaturhistoriker, Kenntnis von 37 Bearbeitungen des Stoffes gehabt haben soll. Am 27. Juni 2018 können alle erfahren, was Giradoux in seinem heiteren Stück um die Zeugung des Halbgottes „Herkules“ aus Alkmenes berühmten „Ach“ (Kleist) der Weltliteratur gemacht hat. Der Kurs sieht gespannt der Herausforderung der Umsetzung entgegen und freut sich bereits jetzt auf viele Zuschauer im Stadttheater.

 

Ute Massow


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