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2016 Projekt Bäume für die Menschenrechte
20.11.2016 15.41 Uhr


Bäume für die Menschenrechte

Kunstaktion am Kronberg Gymnasium im Rahmen der interkulturellen Wochen in Aschaffenburg

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im  Geiste der Brüderlichkeit begegnen“.
So steht es in Artikel 1 der UN-Charta der Menschenrechte. Und so lernen es auch Schüler im Laufe ihrer Schulzeit, wenn z.B. in Geschichte, Ethik oder Religion die Menschenrechte besprochen werden. Diese zu kennen, ist eine Sache, sie auch mit Leben zu füllen, eine andere.  
Der Aschaffenburger Bildhauer Helmut Hirte hatte deshalb die Idee, anlässlich der Aschaffenburger „Interkulturellen Wochen“ im Oktober 2016 in einer gemeinsamen Kunstaktion  Schüler und geflüchtete Jugendliche zusammenzubringen. Dieses Projekt sollte mit einem weiteren Aschaffenburger Kulturprojekt, nämlich der Aktion „Bäume für  die Menschenrechte“ gekoppelt werden, in dessen Rahmen zu jedem Artikel der UN-Charta  im Stadtgebiet von Aschaffenburg ein Baum gepflanzt und ein Stein gesetzt werden soll. Mit den Lehrern Sylvia Langenbrinck (Kunst) sowie Karl-Heinz Brosig und Stefan Seitz (Religion) wurde das Konzept für die Gestaltung einer Skulptur erarbeitet, welche die in Artikel 1 der UN-Charta beschriebene Würde und Geschwisterlichkeit der Menschen als zentrales Motiv künstlerisch umsetzen sollte. Dabei sollte der gesamte Text des Artikels 1 auf der Skulptur zu lesen sein. In Verbindung mit dem gepflanzten Baum und angrenzenden Sitzbänken entstand im Zugangsbereich der Schule ein Platz, der zum Nachdenken anregt und zum Aufenthalt einlädt.
Realisiert wurde das Kunstwerk von einer Projektgruppe aus Schülern des Kronberg-Gymnasiums und unbegleiteten Geflüchteten aus der Integrationsklasse der Berufsschule unter Leitung der beteiligten Lehrkräfte. Die unterschiedlichen Herkunftsländer und Kulturen der teilnehmenden Jugendlichen werden durch die Sprachen Arabisch, Dari, Paschtu und Kurdisch repräsentiert, in denen Teile des Textes unter der deutschen Fassung  in den Stein eingraviert sind. Über die Arbeit in der Gruppe, die Gespräche oder auch die gemeinsame Fahrt nach Miltenberg ins Natursteinwerk Zeller, wo die Sockel für die Skulptur ausgesucht wurden, fanden die Teilnehmer aus anfänglicher Unsicherheit zu Normalität, ja Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander. Schon dafür allein hat sich der Aufwand gelohnt. Durch die gemeinsame Arbeit ist der Artikel 1  jetzt  nicht nur in Stein gemeißelt, sondern auch mit mehr Leben gefüllt. Für Interessierte: Der neu gestaltete Platz befindet sich am Eingangskreisel zum Kronberg-Gymnasium.

Finanziell großzügig unterstützt wurde das Projekt von der Aschaffenburger Initiative GeHmit. Auch Elternbeirat und Abituria des Kronberg-Gymnasiums trugen durch eine Spende zum Gelingen bei.

Im Main-Echo können Sie auch einen Artikel nachlesen: http://www.main-echo.de/regional/stadt-kreis-aschaffenburg/art11846,4314520

 

 


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