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Mobbing an Schulen
07.06.2013 09.57 Uhr


Für ein faires Miteinander

Mobbing stellt ein ernsthaftes Problem unter Schülern dar. Mobbing bedeutet Psychoterror. Nicht die alltäglichen Konflikte, sondern gezielte, länger andauernde Verleumdungen, De­mü­tigungen bis hin zu Drohungen und Gewaltanwendungen bezeichnet man als Mobbing. Auch wenn das Verhalten der Kinder nur die Welt der Erwachsenen widerspiegelt - wie der Ham­bur­ger Erziehungswissenschaftler Prof. Peter Struck sagt - sind Schulen dieser Situation je­doch nicht hilflos ausgeliefert, sondern können positiv entgegenwirken.

Unserer Schule ist dieses Thema ein besonderes Anliegen. Deshalb liegt unser Augenmerk auf Prävention und Intervention.

Um Mobbing vorzubeugen und somit erst gar nicht aufkommen zu lassen, werden bereits ab der 5. Jahrgangsstufe Maßnahmen getroffen. Hierzu gehören neben der ständigen Arbeit am Klassenklima durch z. B. ‚Zeit-für-uns-Stunden’ auch ein Anti-Gewalt-Seminar, das ein Ju­gend­­beamter der Aschaffenburger Polizei mit den Schülern durchführen. Das Thema ‚Cyber-Mobbing’ wird von fachkundigen Referenten in Work-Shops mit den 7. Jahr­gangsstufen erar­beitet. Bei all dem ist jedoch die oberste Prämisse für alle am Schulleben Beteiligten, stets das Miteinander im Auge zu behalten, aufmerksam und achtsam zu sein, so dass – selbst wenn es trotz aller Prävention zu Mobbing kommen sollte – fühzeitigst Maß­nahmen ergriffen werden können.

Hierzu wird an unserer Schule u. A. die ‚Shared Concern-Methode’ eingesetzt, die darauf ab­zielt, Mobbing abzustellen, indem eine Verhaltenänderung der Beteiligten herbeigeführt wird, und die sozialen Kontakte zwischen den betroffenen Schülern zu verbessern. Dabei werden die mobbenden Schülern aufgefordert, sich aktiv an einer positiven Lösung des Problems zu beteiligen. Die Vermittlung der grundlegenden Werte von Anstand – Toleranz, Respekt und Ver­antwortung – stehen dabei im Mittelpunkt. Bestrafung wird erst als letzte Möglichkeit eingesetzt, wenn die Methode nicht greifen sollte. Studien aus Großbritannien belegen aber, dass diese aus Australien stammende Methode eine 75%-ige Erfolgsrate hat. 90% der Betroffenen bestätigten eine Verbesserung ihrer Situation, in den meisten Fällen konnte Mobbing ganz beendet werden. Dieses positive Ergebnis resultiert daraus, dass sich die Schüler nach bisherigen Erfahrungen in den meisten Fällen an ihre Abmachungen halten, weil die Lösungsschritte von ihnen selbst kommen und die Schüler sich gegenseitig bei der Einhaltung unterstützen. Somit trägt dieser Ansatz auch wesentlich zum Entwicklungs­prozess junger Menschen bei, indem er einen fairen Umgang miteinander aktiv vermittelt.

Unser Anliegen ist es, Mobbing erst gar nicht entstehen zu lassen und gleichzeitig hand­lungsfähig, effektiv und kompetent zu intervenieren, damit sich jeder Schüler an unserer Schu­le wohlfühlt und ihm so beste Lernbedingungen geboten werden.



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