Ethik

Art. 47 des BayEUG (Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes) befindet: „Ethik ist für diejenigen Schüler Pflichtfach, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen." Die Mehrheit der Schüler/innen an unserer Schule, die ihn besuchen, gehört keiner christlichen Konfession an, mehrere bekennen sich zum Islam. Es besteht aber auch die Möglichkeit für katholische und evangelische Schüler, Ethik zu wählen. Die wohl wichtigste Grundlage des Faches ist, neben der Verfassung und dem Grundgesetz, die Philosophie, wobei die schulische Betrachtung, angepasst an die jeweilige Jahrgangsstufe, über die gleichnamige wissenschaftliche Disziplin hinausgeht.

An die Philosophie gehen wir so heran, wie in Jostein Gaarders Roman über die Geschichte der Philosophie „Sofies Welt" der geheimnisvolle Philosophielehrer Albert seiner 15-jährigen Schülerin Sofie heranzugehen rät: „Die beste Herangehensweise ist, philosophische Fragen zu stellen: Wie wurde die Welt erschaffen? Liegt hinter allem, was geschieht, ein Wille oder ein Sinn? Und vor allem: Wie sollen wir leben?"

Viele haben im Laufe der Menschheitsgeschichte behauptet oder geglaubt, die richtigen Antworten herausgefunden zu haben. Ihre Wahrheiten treten uns als Gebote, Forderungen, wissenschaftliche Abhandlungen gegenüber, erscheinen aber auch in fiktiven literarischen Erzählungen oder Berichten über Menschen, denen die jeweilige Situation Entscheiden und Handeln abverlangt.

Naturgemäß werden dabei immer die existenziellen Themen - der Mensch als Individuum und der Mensch als Teil einer Gemeinschaft - behandelt: Glück, Freiheit, Regelungen des Lebens in der Gemeinschaft, Unterscheidung von Richtig und Falsch, Gewissen, Recht - Gerechtigkeit, Religion, Modelle der großen Denker von der Antike bis zur Gegenwart. Je erweiterter der Horizont ist, desto zahlreicher sind die Aspekte, desto tiefer gründet die Betrachtung.

All diese offenen und versteckten Wahrheiten, ob sie von Denkern oder Religionsstiftern stammen, werden untersucht. Sie sollen weder abgelehnt noch übernommen werden. Vielmehr gilt es, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, sie zu beurteilen und mit ihrer Hilfe zu seiner eigenen Sicht der Dinge zu gelangen, ob rein rational oder eher religiös begründet.

So wird der Ethikunterricht auf seine besondere Art den in der Verfassung des Freistaates Bayern formulierten Bildungszielen gerecht: „Ehrfurcht vor Gott, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt".

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